Wer den Traum vom grünen Teppich im Garten hegt, wird schnell feststellen, dass sich hier der pflegeintensivste Teil des Gartens versteckt. Doch mit etwas Wissen und ein paar Tricks kann man diese Pflege verringern.

Der Begriff Rasen bezeichnet lediglich die Bedeckung einer Fläche mit Graspflanzen. Verschiedene Grasarten leben in einer Gesellschaft zusammen. Bei Saatgutmischungen oder auch Rollrasen werden die verschiedenen Grasarten und ihre Sorten gemischt, um unterschiedliche Nutzungsbedingungen zu erfüllen. So entstehen Rasenprodukte, die schattenverträglicher sind oder seltener gemäht werden müsse. Und so lassen sich auch Preisunterschiede bei Saatgut und Rollrasen erklären: optimierte Saatgutmischungen mit Sorten, die in den letzten Jahren erst gezüchtet worden sind, haben einen höheren Preis, funktionieren aber auch deutlich besser.

Die gängigsten Saatgutmischungen und ihre Pflege

Zierrasen Schnitthöhe ca. 3 cm, geringe Trittbelastung, hoher Pflegebedarf=> häufiger Schnitt,erhöhte Düngung
Sport-/Spielrasen Schnitthöhe ca. 4-5 cm, hohe Trittbelastung, mittlerer Pflegebedarf, mittlerer Nährstoffbedarf
Schattenrasen Schnitthöhe ca. 6 cm, geringe Trittbelastung, mindestens 3 Std. Sonne

Die Bezeichnung "Schattenrasen" ist nicht wirklich zutreffend: Gräser sind ausgeprägte Lichtpflanzen. So gibt es auch keine Gräser, die im Schatten wachsen. In schattigen Lagen kannn die Bepflanzung mit trittfesten Stauden und Bodendeckern wie z.B. Vinca minor Immergrün eine echte Alternative sein.

Die häufigsten Pflegefehler

  • aggressiver Schnitt
    lieber alle 7-10 Tage ca. 1/3 des Aufwuchses mähen, höchstens die Hälfte. Das heisst: Der Rasen ist 6 cm hoch und wird auf 4 cm Höhe gemäht. Bei zu aggressiven Schnitt verliert die Pflanze zuviel Blattmasse und braucht viel Kraft, um sich zu erholen.

  • zu tiefer Schnitt
    optimale Lebensbedingungen haben die Graspflanzen bei 4 cm, Kohlenhydrateinlagerung, Wasserspeicherung und Verdunstung befinden sich im Optimum, tieferer Schnitt schädigt die Pflanzen auf Dauer ud führt zu einer lückigen Rasenfläche.

  • zu viel Wasser
    Gras ist eine Steppenpflanze: zuviel Wasser lässt die Wurzeln verflachen und macht die Pflanze noch trockenheitsanfälliger.Man spricht vom "Luxuskonsum".Außerdem ist Rasen von Natur aus nur in der Wachstumszeit (April/Mai und September) richtig grün,die etwas fahle gelbfrüne Farbe im Juli August hat nichts mit Wassermangel zu tun, sondern ist natürlich. wer sich in dieser Zeit daran stört, sollte lieber Eisendünger verwenden. Dieser färbt den Rasen sattgrün.

  • unregelmäßige Nährstoffversorgung
    Rasen braucht Nährstoffe, denn der regelmäßige Schnitt und Abtransport des Schnittgutes entzieht der Fläche Nährstoffe. Eine Startdüngung im April, ein Langzeitdünger Ende Mai und eine kalium-betonte Düngung ab Mitte September sind erforderlich für eine gepflegte Rasenfläche.

Schnitthöhe: Grashalme ausmessen?

Hier wird immer wieder von der Schnitthöhe geredet, weil diese so entscheidend ist für die Gesundheit der Rasenfläche. Doch leider versäumen die meisten Hersteller von Rasenmähern, die Schnitthöhe anzugeben, und so muss man sich häufig zwischen Stufe 1- 5 entscheiden. Sie können ganz leicht die Schnitthöhe selber feststellen, indem Sie Ihren Rasenmäher auf "den Rücken" legen und über die Vorderräder ein Brett legen. Nun messen sie den Abstand zwischen Brett und Messer und schon haben Sie Ihre eingestellte Schnitthöhe.
Bei heißem Wetter ist es übrigens sinnvoll, die Schnitthöhe zu erhöhen: Denn je höher der Grashalm, desto tiefer reichen die Wurzeln. Der Wassergehalt des Bodens wird so besser genutzt.

Neuer Rasen: Rollen oder Säen?

Rollrasen macht aus einem kargen Boden innerhalb von Stunden eine perfekte Rasenfläche, da scheint es doch ausgesprochen mühsam, wochenlang auf keimendes Saatgut zu warten.
Der sofortige optische Aspekt von Rollrasen ist nicht zu übertreffen. Aber auch Rollrasen darf ca. 4-6 Wochen nicht betreten werden und muss regelmäßig in der Anwachsphase gewässert werden. Und leider muss man auch sagen, dass die meisten Gartenbesitzer nach 5-7 Jahren nicht mehr zufrieden sind mit ihrer gerollten Rasenfläche.
Denn Rollrasen ist deutlich pflegeintensiver in den ersten Jahre wie angesäte Flächen. Er muss häufiger vertikutiert werden und braucht eine besonders ausgewogene Nährstoffversorgung. Das hat mit der Zusammensetzung der Grasarten zu tun: Denn damit der Rasen auch als Rolle (man spricht von der "Sode") zusammenhält, enthält er eine Grasart, die besonders stark im Laufe der Jahre verfilzt und dementsprechend häufig vertikutiert werden muss. Empfehlenswert ist bei Rollrasen in den ersten 3 Jahren im Frühjahr und im Herbst zu vertikutieren. Danach reicht jährliches Vertikutieren im Frühjahr aus.

Eine gut vorbereitete Neueinsaat hat neben dem geringeren Preis also auch ihre Vorteile. Die beste Zeit zur Neueinsaat ist der April und wie man das macht lesen Sie hier...

Moos und Rasen

Mitunter hat der ein oder andere Rasenliebhaber das Gefühl, Rasen und Moos gehören unzertrennlich zueinander. Und trotz regelmässigem Vertikutierens und Kalken tritt keine Besserung ein.

In sehr schattigen Lagen ist Moos in einer Rasenfläche nicht zu beseitigen, denn Rasen ist einfach keine Schattenpflanze. Lassen Sie sich für einen solchen Standort von uns über Bodendecker oder Stauden beraten, die einfach mitgemäht werden können.

Für sonnigere Standorte mit Moosproblemen gibt es hier die Pflegeanleitung.